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Pädophilie im Habbo

Am 12. Juni 2012 um 21:55 Uhr wurden alle Habbos weltweit stummgeschaltet. Paul LaFontaine, der Geschäftsführer von Sulake, äußerte sich nach 20 Minuten auf Twitter mit den Worten: „Liebe Habbos, ich werde mich in Kürze zu dem weltweiten Stummschalten äußern. Geduldet euch, wir werden euch auf dem Laufenden halten.“

Für erfahrene Habbospieler markiert das Jahr 2012 einen Meileinstein in ihrer Habbolaufbahn. Dieser Meilenstein blieb bis zum heutigen Tag allerdings einer, auf den gerne verzichtet werden kann. Wohl kaum ein Ereignis im Habbo prägte das Hotel in vergleichbarer Weise wie die Medienberichte des britischen Senders "Channel 4". Der britische Sender berichtete zuvor über die Gefahren von Kindern im Habbo Hotel. Die Gefahr war damals wie auch heute dieselbe- Pädophile, die Kontaktdaten von Minderjährigen erfragen, um über weitere Plattformen Bilder auszutauschen oder sogar Treffen zu vereinbaren. Das war 2012...doch nun wird dieses Thema erneut aufgegriffen und das diesmal nicht von einem TV-Sender, sondern von einem Youtuber aus den Niederlanden. 


Wir schreiben den 13.05.2020- Sven van der Meulen, 23 Jahre alt, ist sich zu diesem Zeitpunkt sicherlich bewusst, welches „Heiße Eisen" er anfässt, wenn er sein Video auf seinem Youtube-Kanal „Vrije Vogels" zu seinen Recherchen im Habbo Hotel hochlädt. Doch was war zuvor geschehen?

Mit der Idee unter verdeckter Identität ein 14-jähriges Mädchen zu sein, machte sich van der Meulen auf die Reise ins Habbo Hotel, um zu untersuchen, inwieweit Pädophile das Habbo Hotel nutzen, um in Kontakt mit Minderjährigen zu kommen. Wie bereits erwähnt, gab er sich dabei als 14-jähriges Mädchen aus. Schon in den ersten Minuten erhielt er einige Freundschaftsanfragen, die alle auf eines zielten: Den Kontakt über andere Plattformen aufrechtzuerhalten und auf Bilder auszuweiten. Aus Testzwecken tauschte er die Nummern aus und erhielt im Zuge Bilder von Geschlechtsteilen zugesendet. Sven van der Meulen ging sogar noch einen Schritt weiter und vereinbarte ein Treffen mit einem dieser Kontakte. Bei diesem Treffen äußerte sich sein Opfer auf die Frage hin, warum er dies tun würde, wie folgt: „Ich mache es aus Langeweile.". „Ich wurde immer wieder  von Männern angeschrieben, ob ich Nacktfotos von mir selbst machen und schicken würde und ob ich meine Telefonnummer rausgebe. Manchmal sendeten sie nach wenigen Minuten schon Fotos von ihren Geschlechtsteilen. Das Habbo Hotel ist ein Jagdrevier für Pädophile!", so van der Meulen dazu.

Seitens Sulake äußerte sich der CEO Karu schockiert über diese Tatsache und versicherte dabei, dass das Hotel 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche überwacht würde und die Botschafter verdächtige User melden würden. Soweit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus? Betritt man vor allem als weiblich gekleidete Userin den Raum Küssen&Verlieben, so erhält man innerhalb von Sekunden eine Vielzahl von Freundschaftsanfragen zugesendet, auf die ein ähnlicher Gesprächverlauf folgt, wie ihn Sven van der Meulen erlebt hat. So wird direkt nach dem Alter, dem Snapchatnamen, der Adresse oder anderen persönlichen Daten gefragt. Sexuell intendierte Aussagen treten ebenfalls auf. Auf eine Meldung dieses Verhaltens folgt durch das automatische Moderationssystem oft eine Bestätigung, dass entsprechende Maßnahmen eingeleitet sein würden, wohingegen der gemeldete User weiterhin im Raum sitzt, schreiben und vor allem weitermachen kann!

Für den Großteil der Habbo Community dürfte schon lange feststehen, dass dies kein Problem ist, welches sich erst kürzlich aufgetan hat- dieses Problem gab es bereits im Jahr 2012, auch wenn es damals nicht um den Snapchat-Account, sondern um Facebook ging. Durch die automatische Moderation kommt erschwert dazu, dass es sehr viel schwieriger ist, gegen diese „ungebetenen Gäste", wie Karu sie nennt, vorzugehen. Die Perosnen haben sich ebenfalls auf die Moderation eingestellt, schreiben ihre Nachrichten so, dass eine Meldung keine Folgen hat, verhalten sich im Hotel so unauffällig, weil sie meist nur aus der Stille Freundschaftsanfragen senden. Eine Parallele zum Jahr 2012 lässt sich in der aktuellen Debatte erkennen. Damals wie heute geht es um diese ungebetenen Gäste. Im Jahr 2012, als plötzlich medial auf dieses Problem geschaut wurde, wurden alle Hotels stummgeschaltet, eine Vielzahl von Gelegenheitsspielern kehrte in dieser Zeit dem Habbo Hotel den Rücken, die Moderation wurde verstärkt darauf ausgelegt und doch ist dieses Problem exisitent. Eine erneute Stummschaltung wirkt aktuell nicht real, aber das war sie im Jahr 2012 auch nicht. Ob sie trotzdem wieder kommen kann? Das weiß niemand! 

Egal, welche Reichweite dieses Video haben wird, wie groß der mediale Druck werden kann- es braucht ein Konzept, mit dem diese bisher ungebetenen Gäste keine Gäste mehr sein können.


Normalerweise würden jetzt abschließend Fragen an den Leser gestellt werden, doch zu diesem Thema stellen sich so viele Fragen, die hier keinen Platz finden würden.
In dieser News wird ein Thema aufgegriffen, dass sicher viele intensiver beschäftigt als ein neues Rare. Wir bitten um die Einhaltung der Regeln in den Kommentaren und freuen uns sehr darüber, im Kommentarbereich dieses Thema mit euch zu diskutieren.
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katgirl16
1 week ago
Bin der selbenn Meinung wie @,nathy.
Gallium
1 week ago
Gebe ich @,nathy vollkommen Recht.
,nathy
1 week ago
Ja, Dann sollten die villeicht mal küssen & verlieben löschen, da sind nur perverse unterwegs
aacsc
1 week ago
Was für ein erbärmliches Leben muss jemand haben, der versucht in Habbo sich an Kinder ran zumachen, echt.
overHero
1 week ago
@Gallium Auch das ist richtig. Nur das ist zum größten Teil wirklich eine Erziehungssache. Das sollte und wird ja auch verstärkt an Schulen gelehrt, wobei auch da einiges in Vergessenheit geraten wird.
Dass private Daten auch privat bleiben sollten, steht für viele fest und die ignorieren sowas einfach. Es geht hier ja auch nur um die Gefahr, die davon ausgeht. Das Problem wird nie aus der Welt geschaffen werden können.
Gallium
1 week ago
Leider liegts auch einfach an der Erziehung der Kinder wie Sie mit dem Thema umgehen, durch die zu schnelle Digitalisierung der Jugend, fallen die eigentlichen Regeln in vergessenheit, Man sollte schon im Jugendalter über Mobbing, Selbtmord und Pädophile und viele andere themen ansprechen, bevor das Kind mit dem neuesten Iphone in die 1. Klasse geschickt wird. So kann man auch stark dem entgegen wirken.