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access_time 13.11.2020 at 00:00 o'clock
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Habbo, wir müssen reden!

Wir alle sind ein Teil der Habbo Community. Wir alle sind aber auch sehr verschieden. So umfasst die gesamte Habbo Community eine große Vielfalt von Personen und das von Anfang an. Eine weitere Besonderheit des Habbo Hotels ist es, diesen verschiedenen Typen die Möglichkeit zu geben, das Habbo Hotel so zu spielen, wie sie es möchten. Wenn jemand eher Freude daran hat, Badges zu sammeln, dann kann er das ohne größere Hindernisse tun. Wenn jemand in den Wirtschaftskreislauf einsteigen möchte, dann versucht er mit seinem Talershop Fuß zu fassen und sein Vermögen zu mehren. All das und noch viel mehr bietet das Habbo Hotel und wahrscheinlich ist das auch ein Grund dafür, dass es sich als chatbasiertes Onlinespiel bis heute durchsetzen konnte. Doch nun müssen wir mal reden und das ganz konkret über die aktuellen Geschehnisse.


Es ist kein Geheimnis, dass es spätestens mit dem Jahreswechsel eine neue Version des Habbo Hotels geben muss. Der Flash-Player wird von einem Großteil der Webbrowser, ab 2021, nicht mehr unterstützt. Da der aktuelle Webclient auf dem besagten Flash-Player basiert, wird es spätestens ab dem 01.Januar unmöglich sein, sich mit den gängigen Browsern im Habbo Hotel einzuloggen.

Wo ein Ende ist, da ist auch oft ein Anfang. So ist es auch mit dem Ende dieser Version und der neuen Version. Mit der Einführung einer neuen Version entsteht die Möglichkeit nicht nur optische Veränderungen vorzunehmen, sondern Spielfehlern zu beheben und eingestaubte Funktionen neu zu beleben. Gegenüber Veränderungen sollte man außerdem nicht verschlossen sein, denn auch diese haben einen berechtigten Platz. Neue Wege eröffnen dabei neue Möglichkeiten und auch dies scheint sich Sulake mit der neuen Version gedacht zu haben. 

Erst vor Wochen berichteten wir über erste Proteste in einigen Hotels. Auslöser dafür war die geplante Änderung des Handelssystems mit dem Hinweis, dass ein Handeln zwischen zwei Usern vorerst nicht verfügbar sein wird. Schnell traten erste Fragen auf, wie Jobcenter, Fanseiten oder Gewinnspiele im Hotel funktionieren sollen. Die einzig sichere Alternative für kleinere Events ist dabei sicher die „Geschenkeoption“ im Katalog. So könnte man kleinere Gewinne direkt an einen anderen Habbo verschenken, ohne mit ihm Handeln zu müssen. 

Doch was geschieht, wenn plötzlich mal 100, 200 oder 1000 Taler verspielt werden Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fanseiten oder Jobcenter derartige Beträge verspielen. Ein Möbelstück für diesen Preis lässt sich nicht verschenken, zumal es ebenso unsinnig wäre plötzlich 100 weniger wertvolle Möbel zu verschenken, da dies mit einem späteren Verkaufsaufwand verbunden ist.

Ein Jobcenter zahlt seinen Lohn heute auch in Talern. Eine Entlohnung in Form von Möbeln ist für viele unvorstellbar, da viele Mitglieder der Szene zum einem nur aktiv im Habbo sind, weil sie im Jobcenter arbeiten und zum anderen meist keine aktiven Händler sind und gängige Verkaufspreise nicht kennen. Als über Jahre sehr aktives Mitglied in Jobcentern kann ich sagen, dass viele ihren Lohn sparen, um ihn dann für HC-Boxen auszugeben oder kleine Räume nach ihren Vorstellungen zu bauen. Ein „Möbellohn“ wäre für die Szene unhaltbar und zum Glück gestand man dies auch in der letzten Woche ein!

In den vergangenen Tagen ließ sich besonders eins sehr stark beobachten. Die von vielen kritisierte Intransparenz in Bezug auf Änderungen und Neuigkeiten zur Beta, führte zu einer angenehmen Interaktion mit den Usern. Seitens der Verantwortlichen wird mittlerweile auf Twitter sogar auf Tweets von Habbos reagiert, indem nicht bloß oberflächlich und mit einer Standardantwort auf Kritik eingegangen wird. In dieser Hinsicht scheinen die Proteste, die es sogar bis in die Twittertrends in einigen Ländern schafften, einen Erfolg zu verzeichnen. Diese Art der Kommunikation darf in Zukunft auch gerne beibehalten werden, da sie neben der Transparenz auch den Vorteil hat, dass Entscheidungen erläutert und erklärt werden können. Die Kritik, dass unangekündigte Neuerungen von Usern entdeckt werden, ohne offizielle Stellungnahmen dazu, scheinen sich die Verantwortlichen zu Herzen genommen zu haben- an sich ist dies allerdings auch ein Anspruch an eine professionellen Kundenbetreuung

Die bestehenden Probleme fur Gewinnspiele und Jobcenter wurden oben bereits erklärt und umso gespannter wartete die Community auf die angekündigte Funktion, die geplant sei, um dieses Problem zu beheben. Mitgeteilt wurde dies in der vergangenen Woche, in einer Habbonews vom globalen Community Manager Alyx, die in allen Hotels veröffentlicht wurde. 

Am heutigen Tag kam diese neue Funktion in das Beta-Hotel. Ich selbst habe zuerst die offizielle Mitteilung gelesen, in der verlautbart wurde, dass es eine Funktion gäbe, mit der Taler an einen anderen User übertragen werden können. Die Freude wurde allerdings schnell wieder getrübt. Neben den sinnvollen Einschränkungen, dass diese Funktion erst mit dem Level 15 und einem Handelspass verfügbar ist, gab es ziemlich schnell Bilder aus dem Sandbox-Hotel durch die Beta-Tester.

Dort wurde schnell sichtbar, dass dort maximal zehn Taler übertragen werden können und gleichzeitig ein Taler als „Steuer“ abgezogen wird. Im Endeffekt landen dann 9 Taler bei dem User, der sie erhalten soll. Daneben sollte an dieser Stelle erwähnt bleiben, dass ein Erreichen von Level 15 aktuell nicht so einfach möglich ist. Der englischsprachige User Pulx, der seit 2016 im Sandbox-Hotel registriert ist, hat bislang nur Level 18 erreicht. Daneben verfügen viele Tester aktuell noch gar nicht über das entsprechende Level, um diese Funktion nutzen zu können. Wie sich dies mit erspielbaren Badges und der kompletten Version verhält, bleibt an dieser Stelle allerdings noch offen.

Dies bedeutet nun eine einheitliche Steuer von 10% auf alles, was mit dem Handel zu tun hat. Münzen, Talersäcke und Barren haben nun dieselbe Steuer wie die neue Funktion. Mit dieser Tatsache ist auch zu erklären, warum es aktuell nur möglich ist 10 Taler zu übertragen. Ab einem Betrag von 11 Talern würde die Steuer über 1 liegen, sodass diese aufgerundet würde. Als Erklärung für diese Änderung wurde wieder mal angemerkt, dass dies notwendig sei, um den Schwarzmarkt zu schwächen. Aus persönlicher Sicht ist diese Erklärung unzureichend. Auf dem Schwarzmarkt werden seit vielen Jahren illegal Taler verkauft. Nicht zuletzt werden auch viele Accounts gebannt, die in den illegalen Handel involviert sind. Auf dem Rücken derer, die gegen die Spielregeln verstoßen, müssen nun alle anderen leiden.

Eine richtige Antwort liegt sicher nicht nur beim Punkt „Schwarzmarkt“. Die Antwort ist sicherlich komplexer. Ein Aspekt, der auf der Hand liegt, sind schwindende Userzahlen. Im Jahr 2019 erwirtschafteten die Habbo Hotels einen Verlust von 64.000 Euro. Es ist wie das Einmaleins Gibt es weniger User, müssen weniger Spieler für dieselben Kosten aufkommen. Das bedeutet, dass pro Kopf mehr Taler gekauft werden müssen. Von Jahr zu Jahr zeigen die gesammelten Jahresstatistiken eine rückläufige Entwicklung. Beobachtet werden kann dies auch bei der Anzahl der Spieler, die Badges sammeln oder an den Raumbesuchern der Hotelräume. Auch die entfernte Onlinestatistik, die damals anzeigte, wie viele User aktuell im Hotel sind, schaffte es nicht, dieses Gefühl zu verdrängen. 
Ein Grund für das Entfernen dieser Funktion könnte darin liegen, dass nicht direkt sichtbar sein soll, dass die Entwicklung der Userzahlen rückläufig ist. 
Ohne rückläufige Userzahlen gäbe es keine umstrittene Auto-Moderation, da aktuell Menschen diese Aufgabe noch besser meistern als eine Software. 

Neben dem Lob für die neue Transparenz muss an gleicher Stelle wieder Kritik folgen. Mit der heute vorgestellten Funktion, die notwendig sei, um den Schwarzmarkt zu schwächen, wurde erneut nicht offen dargelegt, dass diese Änderung weitaus größere wirtschaftliche Gründe hat als gesagt wird. Eine Schwarzmarktproblematik, die derartige Einschnitte für alle Spieler erfordert, wäre nämlich eine Kapitulation an die Schwarzmarkthändler.

Die Kritik der letzten Wochen scheint an der Stelle doch nicht so richtig gewirkt zu haben. Es wäre für alle nachvollziehbar, auch wenn es von vielen verhasst wäre, wenn man bei dieser Funktion mehr als 10 Taler übertragen könnte und dann einfach eine 10% Steuer zahlt. Doch ein Limit von 10 Talern geht komplett an der Praxis und somit der Community vorbei. Der Einstiegslohn in einigen Jobcentern liegt bei 10 Talern. Dieser Lohn steigert sich teilweise bis zu 100 Talern- plus. Man stelle sich jetzt vor, dass man anstatt einmal 100 Taler, zuerst zehnmal 10 Taler übertragen muss. Auch Fanseiten verspielen regelmäßig höhere Talergewinne. Aus rein praktischer Sicht ist diese Funktion aktuell nicht ausgereift und geht an der Community vorbei, wie leider so einiges in den vergangenen Wochen. Die neu geschaffene Transparenz sollte an dieser Stelle nicht wieder aufgegeben werden. 

Ich denke, dass in einem weiteren Teil auch die wirtschaftliche Bedeutung dieser Steuer betrachtet werden. Bis dahin wird es weiterhin Gesprächsbedarf geben. 

Wir lesen uns, wenn es wieder heißt: Habbo wir müssen reden!


Wie nimmst du die aktuellen Diskussion wahr und was ist deine Meinung dazu? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
Author:  overHero
Lando in your
color
DSloui
1 week ago
Aus diesen Gründen sollte meiner Meinung nach jeder für sich selber wissen, ob er Habbo 2020 noch erleben möchte oder ob er nicht einfach die schönen Zeiten schöne Zeiten lassen,
und in Frieden Ruhen lassen sollte.
DSloui
1 week ago
Natürlich fehlen mir das alte Habbo, die Hand, das Portmonee, der Raum der Woche oder sonst alles - wofür Habbo mal stand und was uns Sulake "genommen" hat.
Aber diese Dinge sind einfach nicht mehr das Habbo von heute und nur noch eine immer mehr verblassende, aber dennoch schöne und für mich sehr prägende Kindheitserinnerung.
DSloui
1 week ago
sehe ich wirtschaftlich betrachtet schwarz für das Spiel.

Abschließend kann ich nur noch erwähnen, dass ich trotz meiner realistischen Sichtweise der Dinge (zumindest halte ich sie für realistisch ^^) sogar ein bisschen Hoffnung in die neue Engine und damit neue Version des Spiels lege,
weil Habbo somit einfach ein wenig moderner wird und damit vielleicht ja doch noch attraktiver für neue Spieler werden könnte, die gewillt sind sich Taler zu laden.
DSloui
1 week ago
Und das alles ging auf Kosten von Innovation, Spielspaß und der jahrelang treuen Spieler, die sich einfach nurnoch im Stich gelassen fühlen von einem Unternehmen/Spiel mit dem sie eigentlich doch so viele schöne Dinge verbinden.

Wenn es nach mir ginge, sollte Sulake zu Habbo2020 einfach mal wieder etwas Geld in die Hand nehmen und ne Menge Influencer dafür bezahlen das sie Habbo spielen und wenn sie es dann nicht schaffen, neue Spieler zu generieren,
DSloui
1 week ago
die Aussage "never change a running system" zu ernst und wollte einfach so lange die "cashcow" melken, bis es ging.
Und als sie merkten das der Habbo-Hype vorbei war haben sie ihr Kind und die damit verbundene Community mit Füßen getreten und die Ausgaben für das Spiel so massiv gedrosselt,
sodass sich jeder Hans die Unterhaltung dessen hätte leisten können. Das ganze nennt sich btw. Gewinnmaximierung und ist das einzige, was Sulake wirklich beherrscht.
DSloui
1 week ago
die heutzutage schon mit einem iPad im Kinderwagen umhergefahren werden.
Wir hatten damals nichts anderes/besseres und mussten uns mit dem zufriedengeben was ging. Aber in einer Zeit von Milliarden Apps in diversen Stores, muss man einfach ein halbwegs gutes und unterhaltendes Spiel bieten,
um die Spieler bei Stange zu halten.
Und hier mangelt es Habbo/Sulake ganz einfach am Willen das Spiel zu verbessern, auf dem Laufenden zu halten oder gar ins Marketing zu investieren.Sulake nahm schon immer
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